Geistlicher Wort und Friedensgebet zu OsternVon Militärdekan Michael Kühn, Geistlicher Beirat

 

Liebe DJK’lerinnen und DJK’ler!

Kein Geistliches Wort kann an den schrecklichen Ereignissen vorbei gehen, die sich vor unserer Haustür in Europa ereignen.

Ich denke, dass wir alle erschüttert sind, über den Krieg, der gerade in Europa tobt und der von einem skrupellosen Machthaber gegen ein freies Volk vom Zaun gebrochen wurde. „Krieg ist immer eine Niederlage der Menschheit“ hat Johannes Paul II. einmal formuliert.

Und es ist so, es sind immer Menschen, die verlieren: ihr Leben, ihr Zuhause, ihre Freiheit, ihre Sicherheit. Es sind die Schwächsten, die Kinder, die Alten, die besonders leiden. Und die Bilder der Zerstörung, der sinnlosen Zerstörung, die Bilder des Leides der Zivilbevölkerung brennen sich in unsere Herzen ein. Die Bilder des brutalen Todes werden uns schon gar nicht mehr gezeigt.

Krieg ist immer eine Niederlage der Menschheit, denn er zeigt die dunkle, die brutale, die hässliche Seite unseres Menschseins. Und es ist schon sehr fragwürdig gewesen, wie Sportverbände, wie Verantwortliche im Sport reagiert haben.  

Gleichzeitig mehr als bewundernswert ist das vielfältige Engagement, die Hilfe gerade der Menschen, der Vereine. Nicht der Großen, sondern die Initiativen der vielen „kleinen“. Auch wieder in der Aufnahmebereitschaft von Flüchtlingen.

 

Kurzgeschichte „Wie spielt man Frieden?“

Da ging ein alter Mann über einen freien Platz. Er beobachtete eine Gruppe Kinder, die offensichtlich Krieg spielten. Mit Stöcken und gellenden „Peng-Peng-Schreien“ rannten sie aufeinander los. Auch ganz Kleine waren dazwischen.

Nachdenklich stand der Mann eine Weile in der Nähe, dann ging er entschlossen auf die Gruppe zu und sagte bittend: „Spielt doch nicht Krieg, Kinder!“ Der bittende Klang der Männerstimme machte die Kinder betroffen.

Sie zogen sich an eine Mauer zurück, berieten eine Weile miteinander, dann kamen sie wieder zu dem Mann, der immer noch dastand, als hoffe er auf etwas, und ein Kind fragte: „Wie spielt man Frieden?“

(Leo Tolstoi zugeschrieben)

 

Wie spielt man Frieden? Das ist der dringendsten Fragen, auf die wir als DJK-Sportverband eine Antwort finden und geben sollten. Dass diese Antwort eine Anfrage, eine Herausforderung und sogar eine Zumutung an unsere eigene Arbeit ist, das versteht sich fast von selbst.

Es ist eine wichtige Frage für uns alle: Wie spielt man denn Frieden?

Fairness, Respekt, Achtung, Miteinander, Engagement, Solidarität, Einstellung im Sport, Haltungen im Sport. Hier ist und bleibt viel zu tun. Ernst machen. Aufhören mit den Sonntagsreden vom sozialen Sport.

 

Friedensgebet

Guter Gott,
es gibt Krieg in einem anderen Land, nicht weit weg von uns.
Wir machen uns große Sorgen um die Menschen in der Ukraine.
Wir wissen:
Du willst, dass kein Kind und kein Erwachsener in Angst vor Bomben, Raketen, vor Panzern und  Zerstörung leben muss.
Du willst, dass Menschen friedlich miteinander umgehen.
Du willst, dass Menschen ihren Streit nicht mit Gewalt und Waffen lösen.
Du willst, dass wir füreinander einstehen.
Wir bitten dich:
für alle Menschen, die jetzt Angst haben,
für alle, die verlieren, was ihnen lieb ist,
für alle, die auf der Flucht sind,
für alle, die wichtige Entscheidungen treffen,
für alle, die sich in der Ukraine und in Russland,
in Europa und auf der ganzen Welt für den Frieden einsetzen,
für alle, die den Menschen, die unter dem Krieg leiden, helfen.

Für alle, die in diesem Krieg auf beiden Seiten sterben mussten und sterben.

Sei ihnen nahe.

Schenke uns allen Hoffnung auf den Frieden.
Gott, wir brauchen deinen Frieden, darum beten wir.

Amen.